Esoterik

Esoterik

Was bedeutet eigentlich der Begriff der Esoterik?

Bereits seit der Antike wird mit dem Begriff der Esoterik ein religiöses Geheimwissen bezeichnet, das üblicherweise nur in einem engen Kreis der Eingeweihten weitergegeben wurde. Dabei leitet sich der Begriff von dem griechischen Adjektiv „esoteros“ ab. Demnach kann man Esoterik wörtlich übersetzen mit dem „inneren, verborgenen und geheimen (Wissen)“ oder auch mit „zum inneren Kreis gehörig“. In der Esoterik wird davon ausgegangen, dass es Kräfte und Einflüsse gibt, die außerhalb der bekannten naturwissenschaftlichen Weltanschauung liegen.

Generell wird Esoterik inzwischen meist als eine Art Sammelbegriff verwendet, der zahlreiche weltanschauliche Aspekte umfasst, die alle der Auffassung sind, dass es Zusammenhänge gibt, die aus geistiger und metaphysischer Sicht erklärt werden können, und die daher einer rein naturwissenschaftlichen Interpretation gegenüber skeptisch sind oder sie sogar völlig ablehnen. Daher zählen zur Esoterik sowohl Spiritualität als auch Astrologie, Geomantie und Okkultismus sowie Magie, alternative Heilungen und auch UFO – Forschung, was zeigt, wie umfangreich und vielschichtig dieses Gebiet ist. Außerdem ist ein Kennzeichen der Esoterik, dass sich dort das Wissen aus unterschiedlichen Religionen und Philosophien sowie Lebensanschauungen sammelt und vermischt. Dabei bezieht sich das „mystische Wissen“ in der Esoterik auf die Hermetik, die antiken Geheimlehren.

Wie war die geschichtliche Entwicklung der Esoterik?

Manche Bereiche der Esoterik waren zu früheren Zeiten Allgemeinwissen. Allerdings wurden einige Aspekte, die als höheres Wissen galten, nur von Priestern, speziellen Eingeweihten sowie von Schamanen an ausgewählte Schüler mündlich weitergegeben. Dadurch war dieses Wissen traditionell eng verbunden mit esoterischen Schulen, Orden und Logen, die diese Kenntnisse pflegten und sie kontrollier weitergaben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Esoterik dann eine deutliche Wandlung, da sie inhaltlich zu einer Weltanschauung wurde. Von nun an wurde die Esoterik als Universalreligion und allumfassend gesehen. Einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt machte die Esoterik schließlich in den 1980er Jahren, als sie förmlich zu einer Massenbewegung wurde, die eine große Breitenwirkung erzielte. Natürlich entwickelten sich in diesem Zug auch mitunter Strömungen, die widersprüchlich oder zweifelhaft waren.

Was sind Themen der Esoterik?

 

Charakteristisch ist bei der Esoterik, dass sie das Innenleben des Menschen und seine Seele sehr deutlich thematisiert. Gott hat in der Esoterik häufig nicht die Rolle des persönlichen Gegenübers, sondern vielmehr wird er als vollkommene Liebe interpretiert oder auch als höchste Schwingung aufgefasst. Dabei wird die Wirklichkeit als göttliche fließende Energie gesehen, die unterschiedliche Eigenschaften auf den jeweiligen Ebenen hat. Außerdem wird allem und jedem ein freier Wille zugesprochen, so dass es sich sowohl bei Gott, als auch den Menschen sowie den Pflanzen, der Erde, den Tieren oder auch den Atomen und Mineralien um Lebewesen mit eigenem Bewusstsein handelt. Entsprechend dieser Auffassung handelt es sich bei den Chakren um Energiezentren, die jedes Lebewesen besitzt und worüber es sich mit allem im Kontakt und im Austausch befindet.

 

Wie ist die Weltanschauung der Esoteriker heute?

Natürlich lässt sich diese Frage nicht allgemein beantworten, denn dazu gibt es zu viele verschiedene Strömungen und Gebiete in der Esoterik. Häufig ist es aber so, dass die Esoteriker an die Wiedergeburt glauben. Durch diese fortwährende Reinkarnation soll sich die Seele nach und nach und von Leben zu Leben weiter zum Positiven und zum Besseren entwickeln. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn der Mensch sich auch darum bemüht. Dadurch wird als Ziel eine Welt angestrebt, in der alle Menschen friedlich miteinander leben können. In diesem Zusammenhang werden Schicksalsschläge durch den Esoteriker dann auch als ein „Wille des Schicksals“ oder auch als „Folge des Karmas“ interpretiert und auch akzeptiert.

Diese Erlebnisse dienen dann als lehrreiche Erfahrung oder auch zur Läuterung, was dazu führt, dass Ereignisse im Leben billigend angenommen werden oder auch als selbsterwählt gesehen werden. Schließlich wird vieles auch als Resultat oder Auswirkung des vorangegangenen Lebens interpretiert und daher als karmische Folge akzeptiert. Darin liegen auch die Gründe für angebliche Zufälle im Leben, für die es keine Erklärungen durch die Wissenschaft oder die Naturgesetze gibt.

In der Praxis werden in der Esoterik Gebete oder Meditationen praktiziert, die dabei helfen sollen, die Aufgaben im Leben zu bewältigen, Probleme zu lösen und seine Lebensziele zu erreichen. Es gibt aber auch noch zahlreiche weitere praktische Handlungen, die zum großen Bereich der Esoterik gehören und auch praktiziert werden. Dazu zählen unter anderem die Astrologie, das Legen von Tarotkarten, das Channeling, das Pendeln, der Umgang mit der Wünschelrute, I Ging, Numerologie und auch Bereiche der Alternativmedizin wie zum Beispiel Homöopathie, Reiki, Feng Shui, Aura Soma, Bach-Blüten-Therapie, Psychokinesiologie, Familienaufstellungen, Edelsteintherapie oder auch die Reinkarnationstherapie.

Zu bemerken ist außerdem, dass sich unter den Esoterikern häufig die Auffassung zeigt, dass das eigene Leben, aber auch das Leben von Mitmenschen beeinflusst werden kann, in dem an der eigenen Einstellung gearbeitet wird, aber auch durch die Kraft der Gedanken sowie durch Rituale und Gebete. Dadurch können sogar auch positive Einflüsse auf Krankheiten sowie psychische Probleme ausgeübt werden, die dann geheilt oder zumindest deutlich gelindert werden können.